Funktionelle und organische Stimmstörungen


Eine Stimmerkrankung macht sich im Wesentlichen durch eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Stimme oder durch eine Veränderung des Stimmklanges bemerkbar. Ihre Stimme erscheint Ihnen heiser, knarrend, kratzig, rauchig oder verhaucht, vielleicht auch zu leise oder zu laut, gepresst oder Sie haben Schmerzen beim Sprechen.

Wenn Sie viel sprechen müssen, Sie öfter heiser werden, Sprechen zunehmend anstrengend für Sie wird oder Sie Schwierigkeiten mit der Stimme nach einer Operation haben, dann wird eine logopädische Stimmtherapie für Sie notwendig und hilfreich sein.

Eine Stimmstörung basiert auf:

einer Störung der Kehlkopffunktion - Funktionelle Dysphonie - oder ist Folge einer organischen Veränderung des Kehlkopfes, wie Entzündungen, Stimmbandknötchen oder Tumoren – Organische Stimmstörung - oder einer Schilddrüsenoperation oder Gehirnerkrankungen – Stimmbandlähmungen -.

Fehlentwicklungen im Stimmbruch (Mutationsstimmstörungen), sowie andere hormonelle Störungen führen ebenfalls zu Stimmerkrankungen. Störungen der Singstimme haben besondere Bedingungen und Ausprägungen und werden in unserer Praxis ebenfalls behandelt.

Primär organische Veränderungen des Kehlkopfes führen meistens zur Entstehung einer funktionellen Dysphonie, die auch nach Abheilung der Grunderkrankung bestehen bleibt und logopädisch behandelt werden muss. Eine Funktionelle Stimmstörung entsteht zum Beispiel bei Stimmanstrengung und ungünstigem Stimmgebrauch während und nach häufig wiederkehrenden Kehlkopfentzündungen.

Was führt zu einer Störung der Kehlkopffunktion?

Unsere Stimme entsteht im Zusammenwirken von Atmung und Stimmlippenschwingungen. Der ausströmende Atem versetzt die Stimmlippen, dies sind innere Muskeln des Kehlkopfes, in Schwingungen. Die Ausbreitung der Schallwellen im Mund- Rachen- und Brustraum lassen die Stimme klingen. Langanhaltende Störungen der Sprech- und Ruheatmung oder zu hohe bzw. zu niedrige Muskelspannung im Kehlkopf verändern die Stimmlippenschwingungen und führen zu Klangveränderungen in der Stimme und Missempfindungen beim Sprechen.

Was ist Inhalt der logopädischen Stimmtherapie?

Ein optimales Verhältnis von Atemdruck und Spannung der Stimmlippen während des Sprechens, führt zu einer klangvollen, belastungsfähigen Stimme.

In der Therapie lernen Sie den Zusammenhang zwischen Gesamtkörperspannung und Kehlkopfspannung kennen. über Körperwahrnehmungsübungen lernen Sie Ihren Körpertonus genauer kennen sowie seine günstigen und ungünstigen Einflüsse auf Ihre Stimme. Sie lernen stimmbegünstige Haltungs- und Bewegungsmuster im Sitzen, Stehen und Gehen. Sie werden Entspannungstechniken lernen und so Ihre Wahrnehmung für stimmstärkende Verhalten schärfen können. Ihre Ruhe- und Sprechatmung wird Ihnen vertraut werden und Sie lernen Ihren Atem so zu verändern, dass er sich positiv auf den Gesamtkörpertonus auswirkt, Resonanzräume erweitert und durch angemessene Atempausen während des Sprechens einen physiologischen Atemdruck unterhalb der Stimmlippen erzeugt. Stimmübungen unter diesen guten physiologischen Sprechbedingungen sind wichtiger Bestandteil der Therapie.

Die jeweiligen Lebensbedingungen werden ebenfalls Thema in der Therapie sein.



Die Stimme ist Ausdruck der Persönlichkeit.

In unserer stimmtherapeutischen Arbeit wird der Zusammenhang zwischen Stimme und Person bewusst gemacht. Dabei wird sowohl die Stimmfunktion trainiert und wiederhergestellt als auch die Person, die übt und trainiert und ihr Sprech- und Stimmverhalten zu verändern beginnt, in Ihrem Veränderungsprozess, der häufig viele Persönlichkeitsanteile und Lebensbereiche betrifft, begleitet und unterstützt.

Stimmtherapeutische Ansätze und Methoden, nach denen wir in unserer Praxis arbeiten:
Methoden der Körperwahrnehmung und Entspannung: